Vero Beach Woche VI

Schon wieder ist eine Woche vorbei und wir befinden uns mitten in unserer IFR Phase. Nach vielen VFR Flugstunden, IFR Procedures im FNPT und simulated IFR Flügen mit Foggles haben wir unsere erste „Linienerfahrung“ gemacht.

Am Dienstag war es endlich soweit, der erste echte IFR Flug war angesetzt. Die Flugplanung erfolgt nun über VORs und Airways. Dazu haben wir noch das GPS das uns zu jeden beliebigen Punkt bringen kann. Wir lernen also nach und nach uns noch unbekannte Funktionen des Garmins kennen.

Nachdem wir also unseren Flugplan aufgegeben haben, holen wir uns unsere IFR Clearance ab.

„Vero Beach Clearance, Cherokee 562PU request IFR clearance to Orando Executive“

„Cherokee 562PU, Vero Beach Clearance, you are cleared to Orlando Exceutive via Radar Vector and Route as filed, climb and maintain 2000ft, expect 4000ft 10Min. after departure, contact Miami center on 132,25, Squawk 4356“

Darauf gibt es dann das Readback, um das ganze möglichst kurz zu halten nutzen wir eine Kurzschreibweise.

Clearance: KORL
Route: RV/AF
Altitude: 2.0 5.0 10M
Frequency: 132,25
Transponder: 4356

Wir müssen also nun das machen, was wir in den Flugplan eingegeben haben bzw. das befolgen, was der Controller uns sagt.

Nun muss man also möglichst alles soweit vorausplanen und einstellen, dass man ohne Zeitproblem alles abarbeiten kann. Passt es nicht, muss man den Controller darum bitten einen mehr Zeit einzuräumen.

Im Flug kam nun genau das Neue, wir müssen keine Wolkenabstände einhalten. Wir dürfen durch Wolken fliegen.
Natürlich fliegen wir nicht durch alle Wolken, der aufrichtige Leser wird nun sagen „stimmt – XMV“ Richtig, der gesunde Menschenverstand sagt einem zu Gewittern oder towering Cumulus Wolken – NOGO.
Die ersten Wolken waren also eine neue Erfahrung, auch wenn man sich auf die Instrumente konzentriert bekommt man es dann doch mit. Neben dem First Solo also ein zweiter Moment der uns zeigt, wie weit wir bereits sind.

Die ersten IFR Flüge war dann doch noch etwas anderes als VFR fliegen, hier und da gab es dann kleinere Hindernisse, die Next Step Planung war aber doch größtenteils so gut, dass niemand unter Zeitdruck kam.

In den USA hat an sich jeder Flugplatz einen GPS Approach und sehr viele davon einen LPV Approach (Localizer Performance with Vertical Guidance).

Da für die ersten Anflüge nur Precision Approaches durchgeführt werden sollten, war das eine super Sache für uns.
Die Amerikaner haben zwar sehr viele Flughäfen mit ILS ausgestattet, aber nicht alle. ILS Anflüge sind Präzisionsanflüge, man folgt einem Localizer und einem Glidepath. Bei der schlechtesten Kategorie ist die Entscheidungshöhe den Anflug fortzusetzen bei 200ft über Boden. Hat man zu dem Zeitpunkt keine Sicht, dann muss man einen Go Around fliegen. (Es gibt untertschiedliche Kategorien, dazu gibt es auch noch Sichtminimas, das würde aber zu weit gehen).
Bei LPV Anflügen ist die Entscheidungshöhe auch bei 200ft.

Man darf also ohne Sicht bis auf 200ft sinken. Um Genau das So simulieren waren die ersten Anflüge mit Foggles, der Fluglehrer sagt dann irgendwann „Visual“ und dann setzt man den Anflug visual fohrt oder aber man startet durch.

Ein weiter grosser Unterschied ist nun, dass wir einfach fliegen und das tun was die ATC sagt oder was geplant wurde. Lufträume interessieren uns nun nur bedingt. Im VFR musste man vorher um Einflug bitten oder Lufträume meiden nun können wir ohne große Bedenken durch die Kontrollzone von Orlando fliegen, der Controller ist unser Wegweiser.

Neben den Präzisionsanflügen, haben wir dann auch noch VOR Approaches durchgeführt, im Prinzip genau das, was wir im FNPT gelernt haben.

Die 30h Erfahrung aus dem FNPT zeigen sich nun im IFR fliegen ganz besonders gut, man weiß was zu tun ist, man kennt den Aufbau von Anflugkarten und bereitet den Anflug im Cruise dementsprechend gut vor. Von Flug zu Flug wird das ganze besser und immer mehr Kapazitäten werden frei.

Am Samstag Abend haben wir dann erlebt, wie es den Leuten in Europa ergehen muss. Während das METAR für Zürich 7°C anzeigte, waren wir mit 9,4°C nicht weit davon entfernt. Gott sei Dank wird es aber wieder wärmer, da wir nach wie vor noch in T-Shirt Stimmung sind. ☺

Die Nächste Woche gibt es dann einen IFR Nachtflug, sowie dann ganz normales IFR Programm, dazu kommen Circling Approaches und Low Drag Approaches.

Hier ist übrigens nochmal die aktualisierte Karte aller von uns angeflogenen Flugplätze.