Vero Beach Woche IX

Für einige von uns ist das Fliegen eines einmotorigen Flugzeugs nun vorbei, andere werden sicher auch in den nächsten Jahren nebenbei einmotorig weiterfliegen. Es geht nun aber erst einmal zweimotorig weiter, zuerst auf der Seminole um dann im Euro Paket im März/April auf der DA-42 in Grenchen nochmal alles zu geben.

Am Montag haben wir die Vorbereitung für unseren Checkflug gehabt, am Dienstag war auch dieses Programm geplant… zumindest geplant, später dazu mehr.
Es ging darum einen IFR/VFR Flug zu absolvieren, einen Precision Approach und einen Non Precision Approach. Der 3. Sektor fand dann VFR statt und beinhaltete Airwork in Form von Stall Übungen und Steepturns. Im Grunde nichts Neues für uns.

Der Dienstag war dann der Tag, wo es mal wieder so richtig schlecht war. Eine Kaltfront stand über Florida und zeigte sich von der Regenseite. Overcast/Broken Clouds auf 500-700ft. An Fliegen war also nicht zu denken.
Um die Zeit zu nutzen, haben wir dann den Tower von Vero Beach besucht. Die Technik die es da oben gibt, erinnert dennoch etwas an die 80er Jahre. Ein uralter Rechner der auf MS DOS Basis mit Miami Center kommuniziert, aber was alt ist, soll man bekanntlich nicht ersetzen, solange es noch funktioniert.
Das Gleiche gilt wohl für den Pausenraum. Man kann dort tatsächlich einen Super Nintendo und sogar einen Nintendo finden.
Bei vielen von uns wurden da einige Erinnerungen geweckt.

Da im Laufe des Tages das Wetter auch nicht besser werden wollte, wurde der Tage kurzerhand abgebrochen. Den Flug mussten wir später nachholen. Nach 8 Wochen Flugtraining in Vero Beach ist aber ein abgebrochener Tag nicht viel.

Es galt am Mittwoch also diesen Flug nachzuholen, was auch ohne größere Probleme funktionierte. Everything as usual sozusagen, dazu kamen hier und da noch ein paar kleinere Malfunctions.

Donnerstag war dann der Tag wo es dann wirklich an den Check ging. Es galt zu zeigen, was man nach rund 95 Stunden Fliegen und 30 Stunden FNPT gelernt hat. Es ging nicht nur darum alles fehlerfrei abzuarbeiten. Wir sind alle Menschen und perfekt ist kein Flug. Es geht vielmehr darum eine sichere Operation zu gewährleisten und das ist allen gelungen. Jeder war Captain auf seinem Flug. Während der eine delaying Vectors von der ATC requesten musste, musste der andere halt 2 Go Arounds fliegen.
Ein Go Around gilt dann bei weitem nicht als Schande, sondern zeigt Verstand und Selbsteinschätzung.

Gerne erinnert man sich dabei an die ersten Grenchen Flüge wo dann aussagen wie „Man war das windig heute“ kamen. Der Wind war dann aus 230 Grad mit 5 Knoten, bei einer Bahnausrichtung von 250 Grad entspricht das einem Crosswind von rund einem Knoten.
Am Donnerstag gab dann Windspitzen von 18 Knoten, Böen bis 26 aus 360 Grad bei einer Bahnausrichtung von 040 Grad. Das entspricht einem Seitenwind von 15 Knoten.
Bei einem max. Landegewicht von rund 1100kg muss man dann doch schon recht gut arbeiten und sicher haben wir die Warrior dann alle zurück auf den Boden gebracht.

Hier mal etwas lustiges nebenbei. In Florida gibt es neben Alligatoren auch eine Menge Landschildkröten.

Tower: „Nxxxx line up and wait Runway 4″
Warrior: „Unable du to crossing turtle on taxiway“
Tower: „Roger“
Warrior: „Clear turtle“
Tower: „Nxxxx Runway 4 cleared for Take Off, fly Runway Heading“
…..

In dem Moment ist tatsächlich eine Schildkröte Elegant über den Taxiway gelaufen und hat den Flugverkehr zum erliegen gebracht.

Am Freitag gab es dann die Theorie in das neue Arbeitsgerät der PK 1/14, die Seminole. Von 160PS geht es nun auf 2x 180PS, dafür vom Glascockpit auf kleine analoge Instrumente.
Dafür nimmt aber auch die Geschwindigkeit zu. Unsere neue Cruising Speed ist nun ca. 150kt, bei der Warrior war man Glücklich, wenn man 105kt erreicht hatte.
Bei einem Treibstoffverbrauch von 24US GAL/h was in etwa 90l entspricht, ist es aber sicher nicht ganz günstig.
Bevor nun aber Aussagen wie „das ist doch viel zu viel“ kommen, sei euch gesagt, dass es kein 3L Flugzeug gibt.

Am Samstag hatten wir dann die erste Stunde Seminole im FNPT, nun haben wir bedeutend mehr Engine Instrumente die wir im Auge behalten müssen, dazu kommen noch die einstellbaren Propeller, die man im Falle eines Engine Failures in Segelstellung bringen muss, damit möglichst kaum Widerstand entsteht.
Der FNPT war, wie auch schon in Zürich, dazu da die Procedures anzuwenden und sich an das neue Flugzeug zu gewöhnen.
Montag gibt es dann nochmal eine Session mit Engine Failures in verschiedenen Fluglagen.
Dienstag und Mittwoch fliegen wir dann zu ersten mal auf der Seminole.
Donnerstag und Freitag haben wir frei, da in den US Thanksgiving gefeiert wird, es wird zwar eine kurze, dafür aber intensive Woche.

Als letztes noch die aktuelle Karte unserer Flughäfen.